Frau mit Hitzewallung und Hitzewelle der Wechseljahre am Arbeitsplatz

Wechseljahre – Beschwerden mit 50 | 50plus: Hitzewallungen und Hitzewellen

Sie bringen Hitze und hinterlassen Kälte. Sie tauchen auf und verschwinden wieder, ganz wie es ihnen beliebt. Sie fragen nicht danach, ob sie willkommen sind – sie rollen einfach auf uns zu – überflammen uns, um sich nach Verrichten ihrer Arbeit wieder aus dem Staub zu machen. Es sind eben schlechten Launen der Natur. Und doch können wir ihnen Positives entlocken.

Sauna to go am Arbeitsplatz

Nichtsahnend sitze ich am Arbeitsplatz, in aufrechter, graziöser Haltung. Knie und Arme befinden sich im 90 Grad-Winkel, so wie es sich ergonomisch und gesundheitsbewusst für Vielsitzer gehört. Meine Unterarme ruhen auf der Tischoberfläche, während meine Hände über die Tastatur gleiten, meine Augen über den Bildschirm wandern und mein Hirn voll im Arbeitsmodus ackert. Eine Kollegin huscht über den langen Flur, ein Schatten, den ich jedoch kaum wahrnehme.

Hitzewelle: im Anmarsch

Plötzlich rollt SIE auf mich zu. Und damit meine ich nicht meine Kollegin. Sondern einer Laune der Wechseljahre. Sie klopft an meine  Tür: die Hitzewelle. Wetterereignisse erhalten bekanntlich Namen und ich überlege ernsthaft hier auch mal tätig zu werden. Ich könnte dann Wetterpatenschaften verkaufen, wie das Institut für Meteorologie in Berlin es für Hoch- und Tiefdruckgebiete handhabt. Die Geschäftsidee der weiblichen Generation 50plus: „Werde Wetterpate von meinen Hitzewellen!“ Aber jetzt muss ich mich erst mal überrollen lassen, denn ohne Hitzewelle keinen Namen, ohne Namen keine Patenschaft, ohne Patenschaft kein Geschäft.

Menopause: aber keine Pause der Hitzewallung

Mein Gesicht wird heiß, siedend heiß, als wäre mir irgendetwas unheimlich Peinliches passiert und mein vegetatives Nervensystem sorgt nun dafür, dass meine Adern sich weiten und mehr Blut durchschießt. Denn gefühlt bin ich knallrot von einem Ohr bis zum anderen. Hätte ich keine Ohren würden sich meine grauen Haare färben. Ein unschönes und nicht zu beeinflussendes Gefühl.

Nach etlichen Sekunden und gefühlten Stunden weicht die Hitze im Gesicht, um an anderer Stelle erneut aufzuflammen. Es wird mir keine Pause gegönnt. Jetzt ist der Oberkörper an der Reihe, ganz langsam, wie in Zeitlupe – von oben nach unten. Ich schwitze, ich transpiriere, ich glühe. In solch einer Situation behelfe ich mich mit einem ausgedünnten Zwiebellook. Ich stehe also auf und schäle mich aus meinem Schal, meiner Jacke, meinem Cardigan, meiner Bluse, meinem Langarmshirt, meinem T-Shirt, meinem …mehr geht nicht.

Schweißausbruch mit Gänsehaut

Und es ist noch nicht ganz vorbei. Meine körpereigene Klimaanlage wird erst noch angeschmissen, Trillionen Wassermolekühle bahnen sich in Form von Schweiß den Weg aus meinen kleinen Poren. Meine Arme bleiben am Schreibtisch kleben, jede kleinste Bewegung der Unterarme hinterlässt ein kaum hörbares Quietschen.

Der Schweiß verdunstet nach kurzer Zeit. Die Welle zieht sich zurück und hinterlässt eine Spur der Kälte. Ich kriege eine Piloerektion – ernsthaft: es bildet sich die sogenannte Gänsehaut und ich fange an zu frieren. Die Zwiebel muss wieder ran. T-Shirt, Langarmshirt, Bluse, Cardigan, Schal und Jacke pellen sich wieder um meinem Körper. Nach einiger Zeit ist von der Hitzewallung nichts mehr zu spüren – bis die nächste an die Tür klopft.

Klimakterium: Östrogen und Progesteron schwinden

Das ganze Kommen und Gehen, das Hin und Her, das Auf und Ab, alles hängt zusammen mit dem Klimakterium. Den Wechseljahren, der verringerten Produktion von Progesteron und Östrogen. Frauenkrams halt.

Hitze und Kälte liegen so dicht beieinander. Ein ganz natürlicher Prozess – diese schlechte Laune der Wechseljahre.

Was soll’s, I take it easy. Ich geh ja auch in die Sauna.