Graue Haare: kein Färben mehr mit 50 | 50plus

Graue Haare: kein Färben mehr mit 50 | 50plus

14. Dezember 2018 Aus Von Anja Brasche

Graue Haare lassen nicht unbedingt auf ein bestimmtes Alter schließen, aber sicher ist: unser Alterungsprozess bringt körperliche Veränderungen mit sich. Während Kraft, Beweglichkeit und Sehschärfe nachlassen, nehmen Gewicht und graue Haare oft zu. Die Silbergrauen kommen erst vereinzelt, dann in Strähnchen vor – aber später kann unsere Pracht auch ganz in Silber erstrahlen. Wer damit Problemchen hat, kann sich unnatürlich mit Haarfarbe behelfen. Viele Jahre habe ich diese „Lebensretter“ in Anspruch genommen,  doch irgendwann mit 40plus habe ich beschlossen: Wenn ich 50 bin, kommt mir keine Farbe mehr ins Haar.

Diese Worte sind schnell dahin gesagt, vor allem, wenn die 50 noch in der Ferne liegt – doch Monat fliegt zu Monat und Jahr springt zu Jahr. Dabei rückt dann auch die den Wechseljahren nahe Zahl unwiderruflich näher. Die Generation 50 wartet schon auf mich, sie breitet ihre Arme aus.
Der Weg SCHEINT weit und die Entscheidung fällt schwer. Welche Frau kennt sie nicht, die nach vorne gebeugte Stellung vor dem Spiegel und das Überlegen, wie wir aussehen würden, wenn wir nicht mehr färben.

Grauer Ansatz bei kurzer Frisur

Ich blicke in den Spiegel. Mit beiden Handkanten drücke ich die Haare am mittleren Scheitel längs platt auf den Kopf. Dadurch macht sich in der Mitte eine graue Spur breit, sie erinnert mich an eine 6-spurige Autobahn. Meine Handflächen verbergen nach links und rechts hin die Haare, die noch normal aussehen – mit Farbe eben. Die Haarfarbe, die seit annähernd einem halben Jahrhundert natürlich und unnatürlich mein ständiger Begleiter ist.

Mein Blick fokussiert also die platte, graue Mitte und mein Gehirn versucht, dieses eingerahmte Bild auf das ganze Haar zu übertragen. Meine Vorstellungskraft ist seit jeher unvorstellbar klein. Aber jetzt doch groß genug, um zu sehen – das hier bin nicht mehr ich. Mir schaut in diesem Augenblick meine Mutter direkt in die Augen. Sonst gerne Mama, aber doch nicht jetzt. Der Besuch kommt ziemlich unverhofft.

Styling: Farbe in die grauen Haare

Also mische ich die Flaschen und kliere die dunkle, kalte und schmierige Pampe mit einer ordentlichen Portion schlechtem Gewissen auf die nassen Haare. Aufgekratzte Stellen der Kopfhaut brennen, der beißende übliche Gestank verirrt sich ab und an in die Nase. Was für eine Prozedur. Ich warte die auf der Packung angegebene Zeit ab, dabei ziehen sich die Minuten in die Endlosigkeit. Ich schaue in den Spiegel, sehe die verschmierten Haare, finde mich unheimlich unattraktiv und verwerfe meine noch soeben getroffene Meinung. Das war jetzt wirklich das letzte Mal.

Anti-Aging: ohne graue Haare jünger aussehen

Die erforderlich Zeit ist um, ich stelle das lauwarme Wasser an und lasse die Farbe in die Badewanne rinnen. Immer mehr Pigmente verschwinden in den unendlichen Tiefen des Abflusses und ein wohltuendes Gefühl macht sich auf der Kopfhaut breit. Ich drücke die Spülung aus dem Beutel und verteile die kalte Masse in den tropfnassen Haaren. Wieder ein schönes Gefühl. Wieder warten. Wieder Auswaschen. Schließlich noch ein frottieunterstütztes Rubbeln, einmal durchbürsten, fertig.

Dann ein erneuter Blick in den Spiegel. Nu ist meine Mutter verschwunden – das bin eindeutig wieder ich. Das zighundertste Mal hat die Verjüngungskur geklappt. Und so schlimm war es ja eigentlich gar nicht.

Doch wie die Kinder mit der Geburt beginnen sich Stück für Stück von ihren Eltern abzunabeln, ist jetzt schon der nächste Ansatz am Wachsen…

 

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