Graue Haare mit 50 | 50plus: nicht färben – einfach rauswachsen lassen

Graue Haare mit 50 | 50plus: nicht färben – einfach rauswachsen lassen

23. Februar 2019 Aus Von Anja Brasche

Unser stetiges Haarwachstum ist der Grund dafür, dass wir ab einem bestimmten Alter immer öfter mit dem Thema der grauen Haare konfrontiert werden. Wer kennt ihn nicht, diesen Blick in den Spiegel, die Sicht auf den nachwachsenden Ansatz, der uns den nächsten Friseurbesuch aufdrängt oder uns zum Selberfärben verleitet. Das „Vertuschen“ wird aber eins nicht ändern: unsere Haare wachsen in der für uns genetisch bedingten Haarfarbe immer wieder nach und den Grauhaaranteil können wir nicht beeinflussen – er gehört zu unserem Alterungsprozess. Wir leben in einer Demokratie und haben die freie Wahl. Weiterhin diese nervige Farb-Schmierei oder endlich mal frei davon werden und sich so annehmen, wie die Natur es für jeden von uns vorgesehen hat. Es ist möglich und befreit!

Silver Hair – Granny Style – Ghost Hair – Silbergrau metallic

Die junge Generation ist uns in Sachen graue Haare einen Schritt voraus. Unsere Blicke verfolgen die graugefärbten Mädels und uns gefällt ja irgendwie schon, was wir sehen. Denn während wir die grauen Haare als Hürde und Hindernis sehen, liegen die jungen Frauen damit voll im Trend: Silver Hair, Granny Style, Ghost Hair sowie Silbergrau metallic sind doch nichts anderes als graue Haare. Manchmal braucht „trendy“ einfach nur einen neuen Namen. Jeder Tag ist ein guter Zeitpunkt, um auf diesen Zug aufzuspringen.

Meine graue Reise

Ich habe mir das Rauswachsen der grauen Haare als Vorsatz genommen, ähnlich wie mehr Sport treiben – Gewicht reduzieren – weniger oder gar keinen Alkohol trinken –  oder mehr Zeit für sich selbst planen. Aber kann das funktionieren?

Bekanntlich geraten unsere klassischen Vorsätze ziemlich schnell in Vergessenheit und feste Gewohnheiten halten wieder Einzug. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Ich habe mir die Abstinenz der Haarfarbe als Vorsatz genommen und bin noch vor Erreichen der 50 erfolgreich durchs Ziel gelaufen.

Grau mit 30plus: ohne graue Haarfarbe

Unser Alterungsprozess beginnt oft schon in jungen Jahren, wie eben das erste Wachsen grauer Haare. Hier und da mal eines – eine Laune der Natur. Grund für dieses umgangssprachlich auch schon mal bezeichnete „Friedhofsblond“ ist ein Mangel an Melanin im Haar. Die Produktion derselben lässt im Alter eben nach – so einfach ist das. Es ist genetisch bedingt. Laut einer Durchschnittsberechnung zeigen sich die ersten grauen Haare zwischen 30plus und 50minus. Lachhaft, wahrscheinlich wurde ich bei dieser Berechnung nicht beachtet.

Dunkel gefärbte Haare

Farbige Märchen: Verstecken der grauen Haare mit 40plus

Lange Rede – grauer Sinn. Am Anfang haben mir meine Freunde Schwarzkopf, L’oreal, Syoss, Garnier und andere Kumpel aus der Patsche geholfen. Viele Jahre haben sie mich unterstützt und mir zur Seite gestanden, mich wohler und jünger zu fühlen. Nicht vorzeitig zur grauen Generation zu gehören. Nu hab ich das Versteckspielen aber satt und möchte ehrlicher werden. Und das bevor ich zur Generation 50 gehöre. Mit der Autobahn auf meiner Kopfmitte glaubt mir eh keiner mehr.

Graue Haare mit 50: Schritt für Schritt zur grauen Frisur

Nach vielen, vielen Jahren Schmiererei habe ich meine bezahlten Freunde nach und nach aus dem Zug des Lebens geworfen. Mein Vorsatz hat damit einen Anfang gefunden. Und wie Johann Wolfgang von Goethe schon sagte: „Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun“. Bei jedem weiteren Färben, was wegen des krassen grauen Ansatz nötig war, habe ich eine Farbnuance heller gewählt. Letztendlich bin ich bei hellblond angelangt, habe schließlich die Färbemittel gänzlich ignoriert und so das Graue rauswachsen lassen. Es hat funktioniert!

Anja Brasche mit heller gefärbten Haaren

Ergraut fällt auf

Nur wenig erregt so viel Aufmerksamkeit wie die Änderung zur grauen Frisur. Diese Natürlichkeit wird für eine gewisse Zeit unnatürlich zum Thema Nummero 1. Man wird überall und jederzeit darauf angesprochen. Die Dialoge beginnen mit: „Dich hab ich ja gar nicht erkannt!“. Ein Fremdfühlen in der eigenen Bekanntschaft. Da wurde sogar meinem Mann unterstellt, mit einer fremden Frau zu tanzen. Unglaublich! Dagegen sind dann Sprüche wie: „Willst du zum Karneval?“ oder „Na Blondie“ und „Wohin graue Maus?“ bei genügend und mit jedem grauen Haar steigendem Selbstbewusstsein gut auszuhalten.

Mit grauer Frisur Richtung 50plus

Wenn man sich selbst im Spiegel nicht gleich erkennt, was schon ziemlich erschreckend ist, kann man der ganzen „Freundlich- und Fremdlichkeit“ aber fast noch Verständnis entgegen bringen. Immerhin – mein grauer Vorsatz wurde angegangen, das Durchhaltevermögen hat ausgereicht, die Generation 50 ist angekommen und in Grau gerne angenommen.

Meine Reise zu den grauen Haaren ist beendet. ICH bin glücklich am Ziel!

Anja Brasche mit grauen Haaren